Die Baumaßnahmen an der Rudolf-Koch-Schule

Ja, es ist fast geschafft und wir sind stolz: Drei Jahre Unterricht in der Baustelle haben ein Ende. Wir, Lehrer und Schüler und so viele unserer Nachbarn, müssen kein endloses Bohren, Hämmern und Sägen mehr erdulden. Keine ständigen Raumwechsel mehr, keine gesperrten Etagen, keine unverputzten Wände mehr. Die Gerüste sind abgebaut, die Rudolf-Koch-Schule zeigt ihr neues Äußeres. Große Glas- und Fensterflächen beeindrucken; eine klare Fassade mit Sonnenschutz zeigt ein elegantes Gebäude. Es ist alles neu: Innen wie Außen: Kabel, Leitungen, Böden, Wände und Decken. Wie wunderbar.

Und doch ist es merkwürdig: Es ist so ruhig, nichts ist so wie es mal war. Die Heizung funktioniert, es ist warm. Wie war es möglich, bei laufendem Betrieb die Cafeteria vom Zeichensaal in den Pavillon und dann in das neue Gebäude zu verlegen? Wer hat gezaubert, als der Wasserschaden fast den kompletten Bücherbestand vernichtete? Wer hat die vielen Chemie-Reagenzgläschen gereinigt?

Wo sind die jungen Frauen und Männer, die hier den Fußboden gelegt haben, wo sind die Maler, wo die kräftigen Männer von der Umzugsfirma, wo sind die Elektriker, die ihre Strippen zogen, wo die Sanitärfachleute, wo sind die Gerüstbauer? Sie gehören doch mittlerweile schon zu uns.

Berthold Brecht

FRAGEN EINES LESENDEN ARBEITERS

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf ? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte,
So viele Fragen.

Soweit Brecht. Uns ist wichtig zu betonen, dass wir nicht vergessen dürfen, dass es uns allen gemeinsam gelungen ist, in intensiver Zusammenarbeit diese große und ehrgeizige Bauaufgabe zu meistern. Wir haben Menschen kennen gelernt, die sich für unsere Schule einsetzten und mit unermüdlichem Engagement arbeiten. Wir haben uns im Kollegium und unsere Schülerinnen und Schüler in manchen herausfordernden Situationen näher kennen gelernt, haben Holprigkeiten und Zumutungen gemeinsam überwunden und eine wesentliche Etappe hinter un gebracht. Wir nehmen das Gebäude mit großer Hochachtung in Besitz und werden es mit modernen pädagogischen Inhalten füllen.

Die der Schule entgegengebrachte Wertschätzung für Bildung und Lernen ist großartig. Die investierten Millionen fallen auf fruchtbaren Boden, die Steuergelder sind gut angelegt. Aber auch zukünfitg müssen Gelder zur Erhaltung des hohen Standards investiert werden. Beamer, Laptops, Whiteboards müssen gepflegt und gewartet werden, eine Mediathek sollte ganztägig geöffnet sein und, und, und. Ohne Geld funktioniert das nicht.

Abschließend erinnern wir uns an die Worte des Offenbacher Bürgermeisters von 1957, Herr Appelmann. Er sagte 1957 bei der Einweihungsfeier der neu gebauten Schule, dass die Rudolf-Koch-Schule der schönste Stein im Mosaik der Offenbacher Schulen sei. Und damit das so bleibt, müssen wir weiter gemeinsam daran arbeiten.

Machen Sie sich einen Eindruck von den Baumaßnahmen der letzten drei Jahre, die Projektberichte der EEG stehen im DOWNLOAD-Bereich, unter der Rubrik "Baumaßnahmen", als PDF zum Ausdrucken zur Verfügung: